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By Thomas Flemming

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Grundzüge der Morphologie des Deutschen

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Nach dreijähriger Haftzeit wurde Heinz Brandt aus dem DDR-Gefängnis entlassen und in den Westen abgeschoben. Ein weiterer Aufsehen erregender Entführungsfall war vielleicht gar keiner. Zumindest die bundesdeutschen Richter glaubten nicht an eine Entführung, als sie Otto John, den früheren Chef des Bonner Amtes für Verfassungsschutz im Dezember 1956 wegen Geheimnisverrats zu vier Jahren Gefängnis verurteilten. Da nutzten dem Angeklagten alle Beteuerungen nichts, von der Stasi nach Ost-Berlin entführt und zu den inkriminierten Aussagen gezwungen worden zu sein.

Die Instrumentalisierung seines DDR-Aufenthaltes durch die SED-Propaganda scheint er dabei eine Zeit lang in Kauf genommen zu haben. Doch sowohl der ideologische Dogmatismus seiner Gesprächspartner als auch die eher bedrückenden Verhältnis- se in der DDR scheinen ihn bald von der Aussichtslosigkeit seines Unternehmens überzeugt zu haben. Die Rückkehr in den Westen war die logische Konsequenz. Dass er in der Bundesrepublik dann aber meist als Landesverräter, zumindest etwas windige Figur und nicht als widerständiger Geist und kritischer Mahner wahrgenommen wurde, gehört zur Tragik von Otto John und seiner Geschichte, die eine sehr deutsche Geschichte ist.

26 So viel – interne – Selbstkritik hinderte den SED-Chef aber nicht daran, auf radikale Gegenmaßnahmen zu sinnen. Auch der Kreml-Führung in Moskau und den westlichen Regierungen war nicht verborgen geblieben, dass das SED-Regime aufgrund der wachsenden Flüchtlingsströme auf eine existenzbedrohende Krise zusteuerte. Ab Februar 1961 spitzte sich die Lage in und um Berlin erneut dramatisch zu. Hier, an der offenen Grenze zwischen den verfeindeten Machtblöcken, entschied sich das Schicksal der DDR.

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